Freitag, 11.15 Uhr auf dem Europaplatz, Europaallee

Die Autorin und Moderatorin Nora Zukker besucht Das Internet an allen vier Standorten und beschreibt fürs Onlinejournal ihre Eindrücke.

„Ich bi schampar hine drii!“, „D‘ Chind warted!“, „Sorry, isch grad ungünschtig.“ Hier kommt man die Rolltreppe hoch, fährt sie runter, steigt um, ist nicht mehr ganz da und noch nicht ganz dort. Der Europaplatz ist Transitort. Die Stühle neben dem „Internet“ und vor dem Komposthaufen wirken fast installativ – hier setzt man sich nicht hin, hier sind zwar alle online, aber nur wenige wollen ins „Internet“. Wer dazu eingeladen wird, entschuldigt sich, als würde Vier Pfoten um eine Spende für die Befreiung der Tanzbären betteln.

Das „Internet“ und der Komposthaufen werden interessiert und kritisch beäugt. Die einen gehen weiter, die anderen trauen sich hinein und kommen raus, fast erstaunt, dass sie sich einfach eingelassen haben auf Raum, Licht, Farbe und Stimme und sich gar nicht fragten: „Und was nützt mir das?“ sondern: „Oh, was macht das mit mir?“

Auf dem Platz vor Google reihen sich vierzig Menschen auf und lachen auf Kommando. Der Fotograf ist noch nicht zufrieden, ordnet neu an, wieder wird gelacht und in die Hände geklatscht. 12:10 Uhr: Maximilian Reichert steigt jetzt doch barfuss in den Kompost und ich bleibe beim Satzfragment „jenseits unserer Abwehrreaktion“ hängen. Was die Kompostmoderne bringen wird? Die Epoche nach der Postmoderne. Das Internet, hoch technisch, der Kompost, ganz ursprünglich. Beide schaffen Verbindungen – wenn wir Menschen uns einlassen, aber manchmal verhalten wir uns einfach etwas merkwürdig.

Die Sonnenlichtinstallation Das Internet steht vom 11. bis 15. September zum Eröffnungsfestival auf dem Schiffbauplatz.