Fashion of Früchte des Zorns

Die Kostümbildnerin Lene Schwind über die Kostüme der Inszenierung Früchte des Zorns und Nachhaltigkeit in der Mode.

Die Kostüme der Inszenierung teilen die Figuren ganz klar in zwei Gruppen: Es gibt drei Schauspieler*innen, die historische Kostüme aus der Entstehungszeit des Romans in den 1930ern an haben und gewissermassen Stellvertreter*innen sind für Menschen ohne Mittel, die aus ihrer Haut nicht herauskönnen, keine Wahl haben, keine Entscheidungsoptionen. Diese drei tragen die ganze Zeit dieselben Kostüme in gedeckten Farben und sprechen ausschliesslich Figurentexte aus dem Roman. Die andere Gruppe (wir nennen sie die Gucci Gang) repräsentiert unsere westeuropäische Wirklichkeit heute und ein Milieu, das nicht arm ist. Die Outfits der Gucci Gang sind bunt, werden ständig neu kombiniert und setzen sich aus Markenklamotten zusammen, die von Menschen in der westlichen Welt weggeschmissen werden. In diesem Sinne reflektieren diese Kostüme das Wegwerfverhalten unserer Zeit sowie die Absurdität von Mode, Konsum und Ausbeutung.

Wir kaufen immer mehr Klamotten, obwohl wir schon ganz viel haben und beuten dabei immer mehr Ressourcen aus. Wie viele der Hosen, die wir besitzen, tragen wir eigentlich wirklich? Unser System basiert auf Wachstum. Durch Werbung und Pop wird ein immer grösseres Bedürfnis nach mehr geweckt werden.

Alleine bei der Caritas Zürich landen pro Monat 44 Tonnen Klamotten.