Das Internet

Eine Sonnenlicht\-installation
Von GIESCHEand
Inszenierung: Alexander Giesche

Es verbindet und informiert uns, lockt und verführt, unterhält, horcht uns aus, macht uns durchsichtig und frei. Die einen nutzen es, um anderen zu schaden, Gewinne zu maximieren und die ­Intelligenz des Schwarms in die Dummheit der Masse zu verwandeln. Andere kreieren in ihm Freiräume des Denkens, Visionen ­für den Körper und entwickeln digitale Überlebenstechniken in gewaltvollen Umgebungen. Aber wie eigentlich sieht er aus, der ­Ozean aus Elektroden und Bytes, das unkontrollierbare Netz fast unendlicher Möglichkeiten, wie sieht es aus – das Internet?

Das Internet lädt ein zu einem ungewöhnlichen Sonnenbad. Komm rein! Betrachte es! Und lass Dich umhüllen von den na­he­zu unendlichen Möglichkeiten des Lichts, das auf den Ozean­böden durch die Glasfaserkabel rast. Erlebe das gesamte Internet auf 108 m3 – 16,7 Millionen Farben, nur für Dich erzeugt. Stell ­Dich hinein und erschaffe Dir Dein eigenes, Dein nicht übertrag­bares, Dein persönliches, Dein unvergleichliches Internet! Ein ­Internet, wie nur Du es erleben und wahrnehmen kannst, ein Internet, das nur Deinem eigenen und persönlichen Wollen folgt. ­16,7 Millionen Mal. 16,7 Millionen Möglichkeiten.

«Der Aufenthalt hier ist auch ein allumfassendes Baden im Licht. Er vermittelt das Gefühl, sich im Innern eines Glasfaserkabels zu befinden. Und wer mit dem Internet nur Kulturpessimismus verbindet, kann hier ganz schön in die Krise kommen. Realitätskontrolle ist in Giesches Raumbehauptung zwar tatsächlich nicht mehr möglich, doch die Lust, sich zu verlieren in dieser anderen Dimension - und als Körper aufzulösen -, ist um einiges grösser als jeder angelernte Kontrollzwang. Verdammt gefährlich ist diese Verführungskiste also. Und das ist wohl richtig. Kunst, die harmlos ist, ist Kitsch.» (NZZ, 9.9.2019)

 

Von
GIESCHEand
Inszenierung
Alexander Giesche
Raum
Matthias Kestel
Musik
Georg Conrad
Dramaturgie
Katinka Deecke
Soundinstallation mit Stimmen von
Henni Jörissen, Frances Chiaverini, Michael Neuenschwander
Produktionsleitung & Bar
Björn Neukom, Gabriela Bischofberger, Maximilian Ruegger, Sandra Schudel

Eine Übernahme der Münchner Kammerspiele.
Entstanden im Rahmen des Projekts Future Shock gefördert durch den Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes (Deutschland).

  • Von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang
  • Ab dem 24. August
  • Von 0 – 99 Jahre
  • 🛈 12 Uhr: «Die Kompostmoderne»: nach einer Idee von Johannes Dullin
  • Eintritt frei

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