Juliet & Romeo

© James Bantone

Inszenierung & Choreografie: Trajal Harrell

«Now I have stain’d the childhood of our joy with blood.»/«Jetzt habe ich die Kindheit unsres Glücks in Blut getaucht.» – Julia, die eben noch ein Mädchen war, gebraucht ihr weniges Wissen von der Welt, um sich zu töten. Für die Zurückgebliebenen gibt es keinen Trost. Nur Erinnerung gibt es, glückliche Erinnerung, die die Trauer nicht lindert, sondern ins Tragische stösst. Ausgehend von dieser Erkenntnis hat Trajal Harrell seine Arbeit entwickelt. Nicht nur seine Art des Choreografierens spürt die in der zeitgenössischen Popkultur überlieferten Gesten und Gebärden des Tragischen auf. Vor allem er selbst, als Tänzer und Performer, entwickelt in seinen Bewegungen eine gespensterhafte Kraft und eigentümliche Zeitlichkeit, die dem Tragischen Raum bietet.
In seiner ersten Arbeit für ein deutsches Stadttheater hat sich Trajal Harrell zusammen mit einem männlichen Darstellerensemble Shakespeares Romeo und Julia angeeignet. Wie kann man den tragischen Moment des Todes (und der Tode) am Ende von Shakespeares Vorlage ausweiten, ausdehnen und aufrechterhalten? Wie geht es, die Sehnsucht zu verteidigen gegen die Verachtung der Welt und gegen den Schmerz? Harrell, ein leidenschaftlicher Kämpfer für die Unüberschaubarkeit der Welt, gibt dem zeitgenössischen Tanz Schönheit, Glamour, Lässigkeit zurück. Theater? Realness!

«Ohne viele Worte zu verlieren: Wer ihn versäumt, verpasst den ersten - künstlerischen, zeitgenössischen undselbstkritischen - Höhepunkt der Intendanz von Benjamin von Blomberg und Nicolas Stemann.» (NZZ, 18.12.2019)

«In Harrells Choreografie werden die vom Glamourposing der Modewelt übernommenen Bewegungsmuster zu puren, mal fliegend leichten, mal brutalen Statements. Geschlechter verschwimmen, Figuren auch, die mit «Romeo» und «Tybalt» beschrifteten Jacken werden weitergereicht wie auch Juliets Kleid. Dann intime Momente, wenn Harrell als Amme sich tänzerisch dem Schmerz hingibt, oszillierend zwischen Leichtigkeit und Schluchzen.» (St. Galler Tagblatt, 18.12.2019)

«Tänzerisch, kraftvoll und poetisch.» (Aargauer Zeitung, 18.12.2019)

«Ein Shakespeare-Abend der Sonderklasse» (NZZ, 18.12.2019)

 

Mit Trajal Harrell, Thomas Hauser, Max Krause, Thibault Lac, Cecil Loresand, Jeremy Nedd, Benjamin Radjaipour (28.12, 29.12.: Songhay Toldon), Damian Rebgetz (28.12., 29.12.: Chris Matthews), Ondrej Vidlar
Inszenierung & Choreografie
Trajal Harrell
Bühne
Erik Flatmo, Trajal Harrell
Kostüme
Trajal Harrell
Licht
Stéfane Perraud
Dramaturgie
Katinka Deecke
Audience Development
Nico Grüninger
Theaterpädagogik
Patrick Oes
Produktionsassistenz
Miriam Ibrahim, Maja Renn
Bühnenbildassistenz
Nicole Marianna Wytyczak, Natascha Leonie Simons
Kostümassistenz
Liv Senn, Fanny Wühr

Eine Übernahme der Münchner Kammerspiele.

  • Zürich­-Premiere: 17. Dezember / December 2019, Schiffbau­-Box
  • Empfohlen ab 14 Jahren

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