Alexander Giesche

Das zentrale Interesse von Alexander Giesches Arbeit liegt einerseits darin, Menschen sanft und spielerisch miteinander in Kontakt zu bringen, und andererseits Bilder zu schaffen, die wie Gedichte betrachtet werden können. Von 2012 bis 2014 war er Artist in Residence am Theater Bremen, bevor er für zwei Jahre mit dem Projekt Future Shock an die Münchner Kammerspiele unter der Intendanz von Matthias Lilienthal ging. Im Zentrum seines Interesses und seiner Arbeit steht die Beschäftigung mit Digitalität und modernen Technologien und wie der Mensch sich zu ihnen ins Verhältnis setzen kann. Wenn Giesche in einem Theaterraum arbeitet, geht es ihm nicht so sehr darum, Handlung in einem herkömmlichen Sinne zu erzählen. Oft schafft er eher Landschaften und Atmosphären, poetische Situationen, die die Zuschauenden in einen anderen Rhythmus versetzen, und Bildwelten, die alltäglichste Dinge anders, seltsam, schön erscheinen lassen. Neben Aufführungsformaten im engeren Sinne beschäftigt Giesche sich mit dem Konzept von Gastgeberschaft, zuletzt im Rahmen der Reihe Immersion von den Berliner Festspielen. Er erfindet Situationen, bei denen die Grenze zwischen Spieler*innen und Zuschauenden aufgehoben ist und die einfache Tatsache, an einem bestimmten Moment gemeinsam in einem Raum zu sein, selbst zum Kunstereignis wird.

*1982 in München

WICHTIGE ARBEITEN: Record of time, Der perfekte Mensch, Black or white, Mein Angsfreier Raum, 8 1/2 Millionen, World Of Reason, White Out – Begegnungen am Ende der Welt

WICHTIGE EINLADUNGEN: Schweizer Theatertreffen (2018 mit White Out), Theater der Welt Mannheim, Spielart München, Festival d’Automne Paris, Theaterformen Braunschweig, Berliner Festspiele (Immersion)

2019/20 IN ZÜRICH: Das Internet, Der Mensch erscheint im Holozän, New Beginnings