Leonce & Lena / Ödipus /
Romeo & Julia...

Inszenierung: Leonie Böhm

Wer können wir füreinander sein und werden? Wie können wir Zusammenleben entwerfen und probieren? In den Arbeiten von Leonie Böhm geht es um die Liebe und die (Un-)Möglichkeit, mündige Liebende zu werden. Und Liebe meint hier nicht den Motor für eine exklusive Partnerschaft – Liebe meint das Medium, das potentiell jeden und alle Menschen zunächst einmal mit sich selbst und dann auch einander verbinden kann. Ödipus zum Beispiel ist viel zu erfasst von der Beschäftigung mit sich selbst, als dass er sich und andere wahrhaftig erkennen und damit frei machen könnte. Oder Leonce und Lena, die alles dafür tun würden, ihre Empfindsamkeit abzukühlen: Pokerface! Und Julia und Romeo wiederum wollen genau das Gegenteil: sich der Erschütterbarkeit durch die unverstellte und unmoderierte Gegenwart aussetzen, berührbar sein und werden. Die Zuschauenden der Arbeiten von Leonie Böhm erleben Spieler*innen, die das Risiko eingehen, mit jedem Wort des Textes hier und jetzt etwas zu meinen und zu wollen; die live handeln wie offene Messer oder empfindliche Schnecken. Ob am Ende Ödipus, Leonce und Lena oder doch Richard III auf der Bühne zu sehen sein werden, wird sich erweisen. Denn die Menschen, mit denen Leonie Böhm diesen Theaterraum betreten möchte, kommen in Zürich neu zusammen und bevor man sich wirklich aufeinander einlassen kann, muss man sich kennenlernen und heraus finden, wer man füreinander sein und werden kann. Auch darum soll es nun gehen.

 

  • Premiere: 12. März 2020, Schiffbau-Box