Corona-Passionsspiele

© Gina Folly

Ein Distanzkonzert von Nicolas Stemann & Ensemble

Seit Lockdown-Woche 1 begleiten uns die Videos der Corona-Passionsspiele, von Nicolas Stemann als offener work-in-progress geschriebene und komponierte Songs, in denen wütende, zarte, verlorene und desillusionierte Figuren gegen die Zumutungen der Isolation und die flache Traurigkeit der Zoom-Bildschirmwüsten ansingen. Jetzt, wo die Theater wieder öffnen dürfen, erscheinen uns die Bühnen und Zuschauerräume plötzlich fremd: Was passiert, wenn wir wieder zusammenkommen? Was machen diese realen Räume der Kunst, die anderen echten Menschen mit uns?

Die legendären Oberammergauer Passionsspiele, einmal pro Jahrzehnt unter der Mitwirkung eines ganzen Dorfes aufgeführt, sind noch immer an ein jahrhundertealtes Versprechen gekoppelt: Sollte sich die Pest zurückziehen, werden die Spiele bis ans Ende aller Tage stattfinden, beschloss 1634 der damalige Bürgermeister. So sicher wie die Oberammergauer können wir uns nicht sein, aber im vorsichtigen Herantasten an die Welt, die war und jetzt neu ist, an Räume, die wir gut kennen und uns jetzt anders erscheinen, im Erproben von Nähe und Distanz rockt Nicolas Stemanns Corona-Ensemble mit einem Distanzkonzert durch den Schiffbau und setzt der Zeit mit Virus ein Mahnmal: Es ist in unseren Leben, und es wird Zeit, dass wir es umarmen. Und dann – irgendwann und vorsichtig – auch uns.

Inszenierung & Komposition
Nicolas Stemann
Ausstattungsleitung & Kostüme
Marysol del Castillo
Bühne
Eva Willenegger
Musikalische Einstudierung & Einrichtung
Jojo Büld
Video & Kamera
Emma Lou Herrmann
Videomeister
Andi A. Müller
Licht
Carsten Schmidt
Dramaturgie
Fadrina Arpagaus
Produktionsleitung
Monika Huber
Produktionsassistenz
Sultan Coban
Kostümassistenz
Ulf Brauner

Uraufführung: 26. Juni 2020
Gestaffelter Einlass ab 20.30 Uhr

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