Der Mensch
erscheint im Holozän

© Zoé Aubry

Ein Visual Poem nach Max Frisch
Inszenierung: Alexander Giesche

«Der Mensch bleibt ein Laie.» (Max Frisch) – Da rutscht ein Berg ab und ein Mensch verliert sein Gedächtnis. Viel mehr passiert erst einmal nicht in der Erzählung Max Frischs, die vor 40 Jahren erschienen ist. Der Protagonist Herr Geiser und der Berg driften sanft ins Vergessen. Die Katastrophe dauert und es gibt Schönes in ihr. So auch heute, da dem erdgeschichtlichen Zeitalter Holozän, in dem die Erde sich seit knapp 12.000 Jahren befindet, der Rang abgelaufen wird vom Anthropozän, dessen Name (anthropos = ‹Mensch› auf Altgriechisch) dem menschlichen Einfluss auf die Erdgeschichte Rechnung trägt. Es wird eine Zeit nach der menschlichen geben, so wie es eine Zeit vor ihr gab: «Katastrophen kennt allein der Mensch, die Natur kennt keine Katastrophen», – schreibt jedenfalls Max Frisch. Wird aber womöglich der Mensch, so mag man fragen, in letzter Minute nicht doch von seiner Erfindungsgabe gerettet, von seiner innigen Beziehung zur Technologie? Unter einem fast zärtlichen Blick verschwindet der Mensch und Demenzkranke Herr Geiser in der Erzählung – statt der Erdmassen erodiert hier langsam ein Selbst. Aber: Liegt im Vergessen nicht auch eine Erleichterung? Die Ästhetik Alexander Giesches, die sich immer zwischen Virtuellem und Analogem, zwischen Simulation und allzu Realem bewegt, macht die Schönheit in der Katastrophe und ihre Potenziale zur Heilung spürbar.

 

Inszenierung
Alexander Giesche
Bühne
Nadia Fistarol
Video
Luis August Krawen
Kostüme
Felix Lübkemann
Komposition
Ludwig Abraham
Licht
Frank Bittermann
Dramaturgie
Joshua Wicke
Audience Development
Philine Erni
Theaterpädagogik
Patrick Oes
Theaterpädagogische Assistenz
Nadir Ak
Kostümbildassistenz
Ulf Brauner
Bühnenbildassistenz
Marie Hartung
Produktionsassistenz
Natascha Zander
Kinderstatist*innen
Benjamin Bubica, Rosa Curi, Alexia Finocchiaro-Piu, Julia Kalberer, Matti Kramer, Cara Stäger

Unterstützt von Ars Rhenia
Mit Dank an Stone Island

  • Premiere: 23. Januar 2020, Pfauen
  • Pfauen
  • Empfohlen ab 16 Jahren
  • 🛈 Einführung 30 Min vor der Aufführung am 31.01., 04.02., 07.02., 12.02., 15.02., 24.02. und 26.02.
Daten
Do 23.01. 20:00 Pfauen
  • Premiere
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  • Premieren-Abo
Mo 27.01. 20:00 Pfauen
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  • Theatermontag
Fr 31.01. 20:00 Pfauen
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  • Carte Blanche
So 02.02. 19:00 Pfauen
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Di 04.02. 20:00 Pfauen
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Fr 07.02. 20:00 Pfauen
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  • Carte Blanche
Mi 12.02. 20:00 Pfauen
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Sa 15.02. 20:00 Pfauen
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Mo 24.02. 20:00 Pfauen
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  • Theatermontag
Mi 26.02. 20:00 Pfauen
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So 01.03. 18:00 Pfauen
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